Design

Es ist weit verbreiteter Irrglaube, dass sich gutes Design und Usability gegenseitig ausschließen. Grundvoraussetzung für eine befruchtende Zusammenarbeit zwischen Designer und Usability-Experten ist das Verständnis und die Kenntnis der Problematiken und Bedürfnisse des anderen.




Im Grunde benötigt der Designer zunächst ganz ähnliche Informationen für seine Arbeit wie der Usability-Experte: 
  • Zielgruppendefinition
  • Gewünschte Marktpositionierung
  • Zweck der Website
  • Logo, falls es nicht mit entwickelt werden soll
  • Informationen zur Corporate Identity/Corporate Design
  • Informationen zur Unternehmenskultur
Der Grund für häufige Differenzen ist in der Natur der Experten zu suchen. Der Designer ist kreativ, also auch innovativ. Der Usability-Experte muss zumindest der Sache wegen während der Gestaltung eher konservativ sein, um bestehende Standards einzuhalten und ein erwartungskonformes Ergebnis zu erzielen.
 

Up to date Design

Das bedeutet nicht, dass der Usability-Experte erwartet, dass der Designer immer genau die gleichen, bewährten Entwürfe abgibt. Erstens bräuchte man dann keinen Designer mehr und zweitens ist Innovation wichtig. Der Geschmack der Besucher ändert sich, und das nicht zuletzt durch innovatives Webdesign. Besucher erwarten, dass sich Websites der Zeit anpassen und assoziieren Up to date Websites mit der Innovationsstärke der Betreiber, sowie der Aktualität der Informationen und Produkte.
Wir befinden uns erfreulicherweise in einer Zeit, in der weniger mehr ist. Schlichtheit und Reduktion haben Pomp, Schnörkel und das Bedürfnis nach mehr abgelöst. Deshalb verkleinert sich der Graben zwischen Designern und Usability-Experten.
 

Freiheitsgrade der Webdesinger

Die Freiheit, sich kreativ austoben zu können, ist abhängig vom Zweck der Website und von der Zielgruppe.
Verfolgt eine Website kein konkretes Ziel, gibt es für den Designer keine Einschränkungen. Es gibt schließlich auch Websites, deren primäres Ziel die Präsentation innovativen Designs ist.
 
Eine Gattung von Websites, die Designern aufgrund ihrer wissbegierigen und verspielten Zielgruppe ebenfalls große Freiheit einräumt, ist die der Kinder-Webseiten. Hier dürfen Designer sogar mit Metaphern arbeiten und werden von Ihrer Zielgruppe dafür geliebt. Jedoch muss man hierzu wissen, dass sich das Surfverhalten von Kindern maßgeblich von dem Erwachsener unterscheidet. Für Kinder ist die Suche nach Information naturgemäß ein Spiel. Sie können emotional leicht angesprochen werden und sind bereit, sich auf jeder Seite eine neue Welt zu erobern. Sie verfolgen oft kein Ziel, dass Sie effektiv und effizient erreichen möchten. Erwachsenen fehlt in der Regel der entscheidende Faktor für dieses Verhalten: Zeit
 
Typische Ziele sind jedoch, Informationen über das Unternehmen oder spezielle Themen zu vermitteln oder Produkte bzw. Dienstleistungen zu verkaufen.
Eine Zielgruppenanalyse gibt Aufschluss darüber, ob die Zielgruppe lieber unterhalten wird oder gern sachlich informiert wird. Natürlich ist das Angebot von Musikvideos mit einer Abhandlung über die Funktionsweise eines Kernspinttomographen nicht zu vergleichen. Insofern trennen Websites Welten. Und dennoch können Sie alle den Grundsätzen der Usability genügen.
 

Psychologische Aspekte

Die detaillierte Kenntnis der Zielgruppe ist ebenso entscheidend wie das Wissen um grundsätzliche psychologische Phänomene, die für alle Menschen gelten.
Beispiel: Der Mode-Versandhandel hat zum Beispiel mit einem 10-Jahresversatz zu arbeiten. 50-jährige fühlen sich von einem Angebot für 50-jährige nicht angesprochen. Sie orientieren sich an der Gruppe der 40-jährigen. Deshalb muss sich das Angebot für 50-jährige an den modischen Vorlieben der 40-jährigen orientieren. Denn niemand fühlt sich gerne alt und jeder möchte für sein Alter eher modern und chic aussehen und einkaufen. 
Für nahezu jede Branche gibt es ähnliche Phänomene. Erfahrung sowie Fachkenntnis in Sachen Werbepsychologie, Farbwirkung, Wahrnehmungsverhalten sind hier wichtig. Ein guter Designer wird all dies mitbringen.
 

Fertige Designs/Designbaukästen

Man kann nicht grundsätzlich sagen, dass fertige Designs schlecht wären. Ganz im Gegenteil: Moderne Designs genügen oft neuesten Standards und lassen sich mit minimalen Änderungen verwenden. Besonders bei Blogs ist es üblich, typische Standarddesigns zu übernehmen, um schnell mit der Bereitstellung des Inhalts beginnen zu können. Ansprechende Template-Vorlagen gibt es zu Hauf. 
Dennoch gilt auch hier: Hinterfragen Sie das Design kritisch. Überprüfen Sie, ob es zu Ihnen oder Ihrem Unternehmen passt, ob es den Zweck Ihrer Website erfüllt und ob sich Ihre Zielgruppe davon angesprochen fühlen wird.
 

weiterführende Literatur

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