Eyetracking 

Unter Eyetracking versteht man die Registrierung des Blickverlaufs während der Beschäftigung mit einem zu untersuchenden Gegenstand, in diesem Fall mit einer Website. Hierfür gibt es verschiedene Techniken, die sich vor allem in der Realitätsnähe der Testsituation unterscheiden. Das Prinzip ist bei allen gleich:
Mit Kameras, die auf die Pupille des Auges gerichtet werden, wird deren Bewegung aufgezeichnet. Die Kameras sind so justiert und kalibriert, dass dieser Blickverlauf auf ein Objekt, hier eine Website, übertragen werden kann.




Zwei Messgrößen sind für die Interpretation wichtig: 
  • Fokus
  • Zeit  

Bei der Betrachtung von Objekten bewegt sich das Auge. Die Fokussierung eines Punktes bezeichnet man als Fixation, die betrachtete Stelle als Fixationspunkt. Die Bewegung der Augen von einem Fixationspunkt zum nächsten wird als Sakkadensprung, die zurückgelegte Strecke als Sakkade bezeichnet.  In Verbindung mit der Dauer der Fixationen und Sekkadensrünge lassen sich verschiedene Ergebnisse ablesen: 

  • Blickdichte (Hot Spot Analysis)
  • Blickverlauf
  • Bereichsanalyse(Area of Interest)  
Durchführung
In der Planung entspricht der Eyetracking-Test dem normalen Usertest, was die Auswahl der Probanden und die Definition der Aufgaben betrifft.
Eyetracking-Tests werden in der Regel in einem speziell hierfür eingerichteten Labor durchgeführt. Die fortschreitende Technik ermöglichst nun jedoch auch den leichteren Transport des Equipements.
In einem ersten Schritt werden die Probanden mit der Technik vertraut gemacht und die Technik kalibriert. In Vortests kann der Proband sich an die Technik und die Prüfungssituation gewöhnen.
Konkret sitzen Probanden also vor einem Bildschirm und erledigen Aufgaben auf einer Website. Hierbei wird von Kameras erfasst, welche Elemente Ihr Blick fokussiert, wie lange sie auf einzelnen Objekten verweilen und in welcher Reihenfolge diese Fokussierung verläuft.
Wie beim Usertest sollte hierbei ein Tester anwesend sein und den Probanden eventuell anregen, Kommentare abzugeben. Im Anschluss wird den Probanden das Bildmaterial vorgespielt und sein Verhalten in kritischen Situationen weiter hinterfragt. 
Die Auswertung des Tests bringt neue Erkenntnisse über Besucher im Umgang mit der Website.  

Visual Guiding

Das wohl spannendste Werkzeug, dass die Auswertung von Eyetracking-Testmaterial dem Websitebetreiber in die Hand gibt, ist das Visual Guiding, die Blickführung. Sind die Reize bekannt, auf die Besucher der Zielgruppe besonders ansprechen, können diese eingesetzt werden, um den Besucher gezielt in seinem Handeln zu beeinflussen und seinen Blick über all die Elemente zu lenken, die wahrgenommen werden sollen. 
Der Abstand zwischen Auge und Monitor beträgt in der Regel in etwa 60cm. In dieser Entfernung ist es dem menschlichen Auge möglich, etwa 2 cm2 gestochen scharf zu sehen. Drum herum wird lediglich periphär wahrgenommen. Alle Blicksprünge basieren also auf Reizen in diesem periphären Bereich. Und diese können beeinflusst werden. Zumindest kann somit verhindert werden, dass auf Ihrer Website sogenannte tote Bereiche entstehen, d.h. Bereiche, die der Blick niemals direkt erreicht. 
Anzahl der Probanden
Hier gehen die Meinungen auseinander. Wie bei anderen Usertests oder Expertentests auch, entscheidet hier die Absicht. Sollen lediglich grobe Fehler aufgedeckt werden, reichen 6-12 Personen völlig aus. Für repräsentative Ergebnisse müssen mehr Probanden rekrutiert werden.  

Technik

Es gibt verschiedene Arten Eyetracking-Systemen, deren Einsatz das zu untersuchende Objekt bestimmt.
Helmkameras
Bei Helmkameras werden auf einen Helm ein oder zwei Kameras installiert, die auf die menschlichen Augen gerichtet sind. Das schafft Flexibilität und Bewegungsfreiheit bei gleichbleibender Position der Kameras zu den Augen. Leider führt dieses System zu einer sehr unnatürlichen Testsituation. Die Probanden müssen sich erst daran gewöhnen.
Freistehende Kameras
Freistehende Kamaras werden im Falle der Website-Evaluation oft unterhalb des Monitors angebracht. Probanden müssen hier angehalten werden, den Kopf wenig zu bewegen, da die Software zur Auswertung der Augenbewegung sonst die Pupillen aus dem Fokus verliert, oder der Blickverlauf später sonst nicht mehr über den Bildschirminhalt gelegt werden kann. Dennoch wirkt diese Art der Aufzeichnung natürlicher, als die Helmkameras.
Integrierte Kameras
Moderne Eyetracking-Systeme zur Evaluation von Bildschirminhalten integrieren Kameras direkt in den Monitorrahmen. Deshalb werden diese kaum wahrgenommen. Das unterstützt die Forderung nach einer möglichst natürlichen und realistischen Umgebung. Kameras und Software darüber hinaus sind sehr fehlertolerant und lassen dem Probanden genügend Bewegungsspielraum.

weiterführende Literatur

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