Logfileanalyse 

Die Logfileanalyse ist eine sehr kostengünstige Methode der Usability Evaluation, da nahezu jeder Server Möglichkeiten zur Protokollierung des Servertraffics bereitstellt.
Die Existenz der Rohdaten ermöglicht jedoch noch lange nicht deren Interpretation. Hierfür sind Tools nötig, mit denen diese Rohdaten entsprechend aufbereitet werden können. Unter den Internet-Providern gehört es bereits zum guten Ton, diese Tools in die Administrationsoberflächen zu integrieren und die Daten ansprechend aufbereitet den Kunden anzubieten. In diesem Fall ist wenig Vorarbeit zu leisten, es kann sofort mit der Auswertung begonnen werden. Leider sind die Auswertungen jedoch nicht individualisierbar, sondern zeigen unveränderbare Basisauswertungen an.




Es gibt jedoch eine Menge Logfile-Analysetools, die benutzerdefinierte Berichte zulassen und somit großen Handlungsspielraum einräumen. Diese Tools sind nicht zwangläufig günstig, deshalb lohnt sich auch der Test mehrerer kostenloser Tools.
Einziger Haken bei der Analyse von Logfiles ist dann noch der umständliche Umgang mit den oft riesigen Logfiles, die unter Umständen, je nach Arbeitsweise des Analysetools, heruntergeladen werden müssen.
Deshalb hat sich neben der klassischen Logfileanalyse eine weitere Art der Trafficprotokollierung etabliert, die einen höchst flexiblen Umgang mit den Daten erlaubt und sich speziell für die Gewinnung von Basisinformationen im Bereich Usability sehr gut eignet: das Onsite-Tracking  

Welche Daten liefert die Logfileanalyse? 

Die Logfileanalyse liefert eine Reihe von wichtigen Basisdaten: 
  • Einstiegsseiten und Ausstiegsseiten
  • Verweildauer insgesamt und auf einzelnen Seiten
  • verwendete Browser, Auflösungen und Internetzugänge
  • geographische Informationen über Besucher
  • Besucheraufkommen im Tagesverlauf 
Diese offensichtlichen, selbsterklärenden Informationen sind jedoch längst nicht alles, was man aus Logfiles herauslesen kann. Die Interpretation dieser Informationen lässt weit mehr Schlüsse zu. AOL- und T-Oline-User gelten beispielsweise als weniger Erfahren im Umgang mit Webseiten als ISP-Kunden. Oder die Ansprache der richtigen Zielgruppen kann durch die Interpretation des Tagesverlaufs genauer überprüft werden. Hierbei können Experten weit mehr Rückschlüsse ziehen als Laien.
 
Die Logfileanalyse kann jedoch beispielsweise auch für die Marktforschung eingesetzt werden.
Beispiel: Sie möchten testen, ob ein neues Thema für Ihre Besucher interessant ist. Hierzu platzieren Sie auf der Startseite einen prominenten Link auf eine zu diesem Thema neu erstellte Seite und werten ganz gezielt Klickraten und Verweildauer aus.  
Ebenso eignet sich die Logfileanalyse für den Vergleich zweier Angebote:
Beispiel: Sie erstellen zwei Seiten mit unterschiedlichen Angeboten und platzieren auf der Startseite gleich prominent zwei Links auf diese Seiten. Anschließend werten Sie das Verhalten der Besucher aus. 

Beurteilung des Verfahrens:

Vorteile:
  • sehr einfach durchführbar
  • je nach verwendeter Software kostengünstig
Nachteile:
  • keine Ursachenforschung möglich
  • wenig Lerneffekte für den Betreiber

weiterführende Literatur

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